Equity Story: The Coca-Cola Company

Nach und nach wollen wir Dir im Rahmen einer Reihe mit dem Titel „Equity Stories“ die Unternehmensinvestitionen im Atypisch-Still-Portfolio vorstellen, heute: Coca-Cola.

Wir wollen dabei weder Unternehmensdetails ausgraben, noch uns in Zahlenkolonnen verlieren, sondern eine gesunde Mischung aus beidem anstreben. Üblicherweise halten wir Unternehmensanteile von Firmen, die eine gesellschaftliche Tendenz bedienen oder nachgefragte Notwendigkeiten anbieten. Diese dem Unternehmenserfolg zugrundeliegende und die Investmentthese tragende Grundströmung wollen wir im Wesentlichen herausarbeiten und darstellen. Primärquellen sind dabei der Risiken-& Chancenbericht des Unternehmens selbst sowie insgesamt die (ungefilterte) Unternehmenskommunikation. Daneben spielt auch das Auszahlungsprofil in der Darstellung für uns eine Rolle, da hieraus frei verfügbare Einnahmen resultieren und Einnahmen bedeuten neue Möglichkeiten.

Das Unternehmen:

The Coca-Cola Company ist das weltweit größte Getränkeunternehmen und besitzt oder lizenziert und vermarktet mehr als 500 alkoholfreie Getränkemarken, die in die folgenden Kategorien gruppiert werden: sprudelnde Erfrischungsgetränke; Wasser, angereicherte Wassergetränke und Sportgetränke; Säfte, Milch- und pflanzenbasierte Getränke; Tee und Kaffee sowie Energy-Drinks. Sie besitzen und vermarkten vier der fünf größten alkoholfreien Erfrischungsgetränke der Welt: Coca-Cola, Diet Coke, Fanta und Sprite. Fertiggetränke mit dem Coca-Cola-Markenzeichen, die seit 1886 in den USA verkauft werden, werden heute in mehr als 200 Ländern verkauft. Die Markengetränkeprodukte werden den Verbrauchern auf der ganzen Welt über das Netzwerk aus firmeneigenen oder kontrollierten Abfüll- und Vertriebsbetrieben sowie unabhängigen Abfüllpartnern, Distributoren, Groß- und Einzelhändlern – dem weltweit größten Getränkedistributionssystem – zur Verfügung gestellt. Von den rund 60 Milliarden Portionen aller Getränke, die täglich weltweit konsumiert werden, entfallen mehr als 1,9 Milliarden auf Getränke, die im Besitz von oder an Coca-Cola lizenziert sind.

Warum dieses Unternehmen?

Coca-Cola ist wohl in vielerlei Hinsicht der Klassiker schlechthin und man muss dazu auch nicht viel ausführen. Es wäre wahrscheinlich ein bisschen zu einfach, den Unternehmenskauf nur auf den Satz „Getrunken wird immer“ zu reduzieren, wenngleich das natürlich auch zutrifft. Coca-Cola hat in seinem Bereich DIE Marke, eine legendäre Werbemaschinerie, die Marktführerposition (trotz des laut Blindstudien angeblich besseren Geschmacks von Pepsi-Cola), das weltgrößte und effektivste Vertriebsnetz. Von jedem 7-eleven in Südostasien bis hinein in die raue Wildnis des Salkantay-Treks in Peru konnten wir uns davon überzeugen, dass die nächste Cola, Fanta, Sprite oder Powerade nie weit weg ist und mitunter in durchaus beeindruckender Abgeschiedenheit angeboten wird.

Einer der Knackpunkte an Zuckersirup ist der gesellschaftliche Wandel hin zu gesünderen und zuckerärmeren Getränken. Dem begegnet Coca-Cola jedoch mit der Diversifikation des Getränkeportfolios: Coca-Cola selbst ist längst nicht mehr die tragende Säule des Konzerns, der über 21 Eine-Milliarde-$-Umsatz-Marken verfügt. Wachstumshoffnungen sind vor allem das Kaffee-und-Tee-Segment sowie das Wasser-Segment. Darüber hinaus werden Coca-Cola regelmäßig Avancen im Energy-Drinks-Markt nachgesagt. Im Raum steht etwa die Übernahme von Monster Beverage, an denen Coca-Cola bereits signifikant beteiligt ist und für die Coca-Cola eine mehrjährige Aufstockungsoption auf bis zu 25% der Anteile hat.

Der Abgleich mit dem täglichen Erleben deckt sich damit: es gibt grundsätzlich eine wachsende Neigung zu gesünderen und kalorienärmeren Produkten. Davon wird Coca-Cola aber nicht untergehen. Dieser Trend ist nicht revolutionär, sondern evolutionär und somit nicht so disruptiv, dass Coca-Cola nicht die Zeit hätte, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Wie man sieht, bietet der Konzern bereits auch Tees, Säfte und Wasser an. Und außerdem gibt es auch weiterhin regelrechte Coca-Cola-Fans, die jeden Tag ihre Flasche trinken, daneben gibt es auch noch Coca-Cola Zero. (Und für die ganz Harten: Coca-Cola Zero koffeinfrei.) Ganz wesentlich erscheint uns nach unserer Einschätzung, dass zwar jedem bekannt ist, wie viel Zucker Cola (& Co.) enthält und welche Risiken sich daraus ergeben, Cola aber dennoch kein so schlechtes Image in dem Sinne hat, dass das öffentliche Bewusstsein eine Vermeidung dieser Produkte einfordern würde. Bei z.B. Zigaretten und McDonald’s-Burgern könnte die Beurteilung anders ausfallen.

Die Aktie:

Wir haben Coca-Cola seit der (zeitlich schon recht günstigen) Depoteröffnung im Oktober 2014 im Depot, zunächst lediglich als Muss-man-einfach-haben-Wert und nach dem Platzen der Blase am chinesischen Aktienmarkt (nachdem sich dieser in der Zeit davor vervielfacht hatte) im August 2015 massiv aufgestockt. Seitdem halten wir den ca. 2%-Anteil für ausreichend dimensioniert. In Euro gerechnet hat sich seitdem wechselkursbedingt nicht viel getan, während in USD gerechnet 23% Buchgewinn aufgelaufen sind. Unsere Dividendenrendite bezogen auf die Anschaffungskosten liegt mittlerweile bei erfreulichen 4,4%, während der Neueinstieg derzeit zu 3,6% bei einem moderaten KGV2018 von 21 zu haben ist.

Bezogen auf den 10-Jahres-Zeitraum ab 2008 hat sich der Umsatz von Coca-Cola um 2-3% p.a. erhöht, während der Gewinn pro Aktie um 4,8% p.a. und die Dividende um 8,3% p.a. gestiegen ist. Eine Dividendensteigerung oberhalb der Gewinnsteigerung ist nicht nachhaltig, deshalb kann die jährliche Ausschüttungssteigerung nicht auf die Zukunft fortgeschrieben werden. Auch die Auszahlungsquote von 82% sieht zunehmend kritisch aus für die über 50-jährige Anhebungshistorie. Coca-Cola hat jedoch die wesentlichen Geschäftsrisiken identifiziert und stellt sich nach und nach entsprechend neu auf.

Fazit:

Ein Klassiker und ein Unternehmen, bei dem weder viel Abweichung nach oben oder unten zu erwarten ist und der damit Stabilität ins Depot bringt. Der direkte Konkurrent Pepsi ist im Vergleich der wesentlich Dynamischere von beiden. Die Geschäftsführung arbeitet dennoch am Umsatz- und Ergebniswachstum und prognostiziert 4% bzw. 8-10% für 2018. Dafür, dass die Bäume bei einem derartigen Giganten nicht mehr in den Himmel wachsen können, ist das durchaus beachtlich. Daneben helfen Coca-Cola auch üppige Aktienrückkäufe, die Kennzahlen zu erreichen. Wir sehen insgesamt keine Gründe, an unserer Position etwas zu ändern, wobei sich Nachkäufe aber auch nicht unbedingt aufdrängen.

Weiterführende Quellen:

Jahresbericht 2017

Quartalsbericht Q4/2017

 

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