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Tax Hacks #1: Unsolidarische Auslandsaktien

Fangen wir unsere Reihe zunächst mal ganz entspannt an. Preisfrage: wer zahlt mehr Steuern auf Dividenden, derjenige, der deutsche Aktien hält, oder derjenige der ausländische Aktien hält?

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Weitere Bedingung dabei: der ausländische Quellensteuersatz beträgt nicht mehr als 15 %, und idealerweise auch nicht weniger als 15 %. Dies ist beispielsweise unter Berücksichtigung der Vorabreduzierung bei US-Aktien der Fall, aber auch bei griechischen, luxemburgischen und niederländischen Aktien.

Die Auflösung ist: der Inhaber der ausländischen Aktien zahlt weniger Steuern und hat somit einen höheren Nettoertrag!

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Der Grund dafür ist der Solidaritätszuschlag. Dieser fällt nämlich nur auf die deutsche Kapitalertragsteuer an. Hat man also einen Dividendenertrag von 100 Euro, so werden annahmegemäß 15 Euro Quellensteuern einbehalten, sodass 85 Euro auf dem Konto ankommen. Im deutschen Depot wird dann direkt auch die Abgeltungsteuer abgezogen.

Bekanntlich beträgt der Abgeltungsteuersatz 25 %, sodass rechnerisch 25 Euro Abgeltungsteuer auf die Dividende zu zahlen sind. Die im Ausland bereits abgezogene Quellensteuer ist jedoch zu maximal 15 % auf die deutsche Steuer anrechenbar, besagen die deutschen Doppelbesteuerungsabkommen mit den ausländischen Staaten üblicherweise. Die 25 Euro tatsächlich abgezogene Steuer setzt sich also aus 15 Euro auf die deutsche Steuer angerechneten Quellensteuern und 10 Euro verbleibender deutscher Kapitalertragsteuer zusammen.

Der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % wird jedoch nur auf den verbleibenden deutschen Steuerteil von 10 Euro angewandt. Im Ergebnis zahlen Aktionäre auf ihre Inlandsaktien also 26,375 % und für ihre Auslandsaktien 25,55 % Abgeltungsteuer und Soli, wenn der Quellensteuersatz 15 % beträgt. Das sind immerhin 0,825 % Ersparnis.

Je geringer der ausländische Quellensteuersatz, destor geringer wird der Vorteil. Mit britischen Aktien gewinnt man hierbei also nichts.

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Sollte man also Aktien jetzt danach auswählen? Wie immer hat der Satz, dass man seine Investitionen grundsätzlich nicht nach der Steuerersparnis aussuchen sollte, weiterhin Gültigkeit. Reich wird man mit dem in diesem Artikel beschriebenen Steuer-Tipp sicher nicht; gut zu wissen ist es aber trotzdem.

Was ist Deine Meinung dazu? Schreib uns im Kommentarbereich unten! 🙂

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13 Gedanken zu „Tax Hacks #1: Unsolidarische Auslandsaktien“

  1. Weniger Soli durch Auslandsdepot?: Ist irrelevant – bzw die Antwort auf eine Frage, die sich nicht stellt?

    Nachvollziehbar scheint mir Stock-Picking zu sein, wenn man eine blendende Zukunft (WSV, Wahnsinnig Steigendes Vermoegen) durch die Titelauswahl erwartet (so 2-3% p.a. besser als mit Index ETF).
    Falls eine solche Aktie dann auch noch Dividende zahlt, sei’s d’rum … kann man dann nicht verhindern.

    Aber die Auswahl von Aktien nach der Ausschuettungshoehe in der Gegenwart/unmittelbaren Zukunft (Dividenden-Strategie) und womoeglich des Domizils (USA) wegen deren Ausschuettungs-Nachsteuerrendite, kann ich nicht verstehen/ist mit meinem heutigen Wissenstand inkompatibel.
    D.h. ich verstehe zwar Euer Konzept mit Kredithebel und (Dividenden-)Aktien zur Abbezahlung des Wertpapierkredits – halte es aber fuer riskant und anstrengend.
    Am meisten wuerde mich pers. die viele Arbeit mit Einzeltiteln & deren Kapitalmassnahmen sowie auch Verkaeufe stoeren – da spare ich lieber in ETFs und halte diese faul …)
    Wenn „Turbo-reich-werden“ das Ziel waere, wuerde ich eher ein Haus kaufen (am Besten MFH), mit 90-100% Hypothekenkredit, guenstiger Zinssatz (1-2%), lange Laufzeit, wenig Tilgen (1%) und die durch kleine Annuitaeten gesparten Betraege dafuer in ein breitgestreutes Weltportfolio (ETFs) stecken.

    Wenn man Steuern verschieben/(vielleicht sparen?) will, galt bis 31.12.2017: auf thesaurierende Swapper (ETFs) zu setzen und ab 01.01.18 neues Geld in physisch replizierende Thesaurierer anzulegen. Ausschuettungen sind zu minimieren, da jedesmal ein Viertel weg ist.
    Da die Vorabpauschale bei niedrigen Zinsen (japan. Verhaeltnisse?) klein ist (weniger Steuern in der Ansparphase -> mehr Zinseszins in der Anlage) aber die 30% Teilfreistellung auf Kursgewinne beim Verkauf in der spaeteren Entsparphase Gestaltungsspielraeume laesst, die man mit Einzelaktien nicht hat!
    Dabei geht es immer um die Gesamtrendite = Ausschuettungen/Thesaurierungen + Kurssteigerung und nicht um die isolierte Betrachtung der Dividenden (das ist m.E. suboptimal https://www.finanzwesir.com/blog/abgeltungssteuer-kapitalertragssteuer )

    Der Anlageprozess ist wie das Anfuellen eines Stauweihers: Moeglichst wenig Wasserverluste, moeglichst viel Reinfliessen lassen (Sparquote), moeglichst Zinseszins (keine steuerliche Verdunstung).
    Spaeter in der Entsparphase wird das „Wasser“ moeglichst effizient und nach Plan verkonsumiert.
    Das geht mit ETFs viel kleinteiliger und gesteuerter als mit vielen Einzel-Aktien: Dort „schwappt“ dann eine ggfls zu grosse Dividendenflut auf mein Konto und verursacht kollaterale Steuerschaeden.
    Waehrend mit einer Kursgewinnleiter (Abschmelzen von Kursgewinnen entsprechend der genauen Erfordernisse / Ausschoepfung von Freibetraegen) weitestgehende Gestaltungshoheit behalten wird (hoffentlich/mal sehen ;-).

    Um bei Eurem Bsp zu bleiben: Was waere ein ggfls steuerlich interessanter(er) Vergleich?
    Steuerliche Unterschiede zwischen einem ausschuettenden ETF auf einen Index in einem inlaendischen Depot versus dem gleichen ETF in einem auslaendischen Depot
    zB dem europaeischen Vanguard All World im Inlandsdepot mit dem amerikanischen Pendant im Auslandsdepot vergleichen?

    Vermutlich aber auch nur akademisch interessant, weil die Arbeit bei der Steuererklaerung mit dem Auslandsdepot (Stundenlohn incl. Anlernzeit) prohibitiv waere … (ausser man zieht die „Ist-ja-mein-Hobby“-Karte)

    Gibt’s denn die Kombi niedriger Lombard-Kredit ~1-2% (welche Broker?) bei Beleihung von breitstreuenden ETFs (statt Einzelaktien)?
    (Thesaurierer gibt’s nur in Europa, in USA muessten es dann Ausschuetter sein)

  2. Also ich fand den Beitrag interessant.
    Die Antwort von Jörg…war auch spannend, keine Frage. Aber warum muss man zu jedem Anlageansatz seinen ETF-schlagen-alles-Ansatz in die Welt raus posaunen? In dem Beitrag geht es doch nicht um aktiv vs. passiv. Nicht dass ich ETFs kritisch gegenüber stehe, aber diese Kommer-Jünger sind mittlerweile ähnlich wie Vegetarier die früher in den Hoch-Zeiten alle Welt bekehren wollte. Sorry dass Jörg bzw. Dr. Kommer (den ich sehr schätze) dafür herhalten müssen, aber das musste jetzt mal raus. Lasst doch jedem seine Anlagestratgie und seine Schwerpunkte setzen wie man möchte und versucht was daraus mitzunehmen statt immer sofort gegen zu steuern und der Welt euren Investmentansatz aufzuzwingen. Unsere Community sollte lieber voneinander lernen, was sie in einigen Bereichen ja auch tut.
    In dem Sinne beste Grüße und frohes investieren
    Tim

  3. Danke! Aber sind kritische Kommentare hier unerwuenscht?
    Geht keiner auf die Argumente oder die Frage zu Lombardkredit/Auslandsbroker ein?
    Fuehlt Euch nicht angegriffen sondern argumentiert!
    Ich verstehe Eure Antworten als „lass mich in Ruhe“?

    1. Der Kommentar ist ja nicht kritisch, sondern themenfremd. Wir sind ein dezidierter Pro-Aktien-Blog und vor allem dezidiert gegen eine „faule Anlagestrategie“ – und schreiben das auch regelmäßig ausdrücklich so. Das geht damit los, dass wir ausdrücklich einzelne Aktien kaufen, geht damit weiter, dass wir eine steuerliche Steuerung in dem Sinne vornehmen können und wollen, dass wir aufgrund Auslandsdepot die Steuererklärung selbst machen und geht bis dahin, dass wir das Depot zukünftig im Kapitalgesellschaftsmantel halten werden. Wenn Dir die Steuererklärung schon einen zu geringen Stundenlohn bringt, dann wohl die Führung einer Kapitalgesellschaft erst recht. Das ist aber eine aktive Entscheidung von uns dafür. Die Frage, die sich berechtigt stellt, ist, ob man vor diesem Hintergrund tatsächlich ständig mit Kommer & Finanzwesir ankommen muss. Deshalb halten wir auch den Vegetarier-Missionars-Vergleich und den Begriff Kommer-Jünger von Tim so treffend.

      Zu der ganzen ETF-Diskussion auch mal eine Gegenfrage: wir wollen definitiv z.B. Aurelius, Noratis und Deutsche Rohstoff im Depot haben. Warum tut ja auch erstmal nichts zur Sache. Nur welchen ETF muss ich dafür kaufen? Eben. Deshalb kaufen wir einfach die Aktien direkt und lassen die mittelbare Spielerei. Das ist halt eine andere Mentalität. Beide Wege führen nach Rom. Wir verfolgen unseren. Und wir können die gekauften Aktien beleihen und dann noch mehr Aktien kaufen. Nach unserer Kenntnis werden ETFs bei DEGIRO nicht beliehen. Andere Broker nutzen wir nicht (mehr), weil DEGIRO für uns als Buy-&-Hold-Aktienanleger das perfekte Paket bietet.

      Der berechtigste Einwand ist eigentlich der mit der laufenden Versteuerung der Dividenden, die man in einem thesaurierenden ETF wohl hinauszögern könnte. Dagegen spricht, dass wir unser eingesetztes Eigenkapital in weniger als vier Jahren verdoppelt haben durch Nutzung des Fremdfinanzierungshebels, den wir nur haben, weil wir Aktien kaufen, und jeden Monat eine bereits teilversteuerte „Sofortrente“ von hunderten Euro auf dem Konto eingeht, die wir zur freien Verfügung haben. Ich sehe nicht, wie wir das mit einem „faul gehaltenen ETF-Thesaurierer-Sparplan“ hätten erreichen sollen. Was zählt jetzt also mehr, das tatsächliche Ergebnis, mit dem wir persönlich etwas anfangen können und sehr zufrieden sind, oder das Theoretisieren über den Verlauf der nächsten 40 Jahre, welches Vorgehen zum Renteneintritt möglicherweise besser gewesen wäre, was aber heute noch niemand wissen kann, und wo sich bei den ETF-Anlegern vermutlich doch auch früher oder später noch die Frage stellt, ob sie ihre Anlagestrategie über die Dekaden tatsächlich so stringent durchziehen werden.

  4. Prima, Danke! Qualifizierte Antwort.

    Ich finde ja Hebel grundsaetzlich nicht schlecht. Gerade junge Leute koennten dem SequenceOfReturnRisk in der Ansparphase (Problem kurzer Sparzeit nach ggfls Haus/Familie/Kinder bis zur Rente) zu Beginn mit Hebel 1,2-1,5 begegnen/glaetten …
    Deshalb die Frage wer wohl ETFs fuer 1-2% Lombardkredit beleihbar macht …
    (schaetze Degiro schliesst ETFs aus, weil man mit Faulpelzen wie mir nicht viel verdient … zu wenig Traffic -> keine Gebuehren).
    Weiss jemand einen anderen?

    Falls man sehr sportlich unterwegs sein will(jung ist): warum nicht mit erheblichem Gewicht (40/60/80%?) auf einen MSCI World SmallCap ETF setzen (zB ISIN IE00BCBJG560, WKN A1W56P)?
    https://www.msci.com/end-of-day-history?chart=regional&priceLevel=41&scope=R&style=C&currency=15&size=36&indexId=106
    Der hat sich seit 31.12.99 (unguenstiger Start vor der Techbubble) von 100 auf heute 371 entwickelt (NET, EUR, 7,6% p.a.) der MSCI World nur auf 171 (NET, EUR, 3,0% p.a.).
    Der bringt vielleicht auch zukuenftig 3-4% ueber MSCI World und das ohne Arbeit … ? Dabei sind Sparplanrenditen ja noch hoeher als Start- zu Endpunkt-Renditebetrachtungen.
    Da sind dann zB deine Raketen und alle zukuenftigen Burner auch schon drin … zumindest AURELIUS ist dabei (0.03%)

    Uebrigens bin ich kein Kommer-Juenger (obwohl ich seine intelektuelle und wissenschaftliche Art, die kleinen sarkastischen Seitenhiebe sehr bereichernd finde).
    Ich versuche Jesus Christus nachzufolgen 😉
    Welcher Juenger bist Du?

    1. Wir sind, was die Gebühren und den Aktionismus angeht, auch Faulpelze. Einmal gekauft, liegen die Anteile nur noch da und produzieren laufend reinvestierbare Einnahmen. Wir müssen uns noch nicht mal ständig Gedanken machen, welchen ETF wir monatlich mit wie viel Prozent besparen oder rebalancen, oder uns Themen wie Wertpapierleihe, Investmentsteuergesetz, die laufende ETF-Gebühr und die Vorabpauschale ins Haus holen :). Im Rückblick ist das immer leicht, den ETF/Teilmarkt mit der höheren Rendite rauszufinden. Prospektiv ist das naturgemäß zum Scheitern verurteilt. Deshalb investieren wir auch nicht in die (ETF-)Produkte, sondern in Geschäftsmodelle. Z.B. haben wir natürlich auch Blackrock als demjenigen, der die Schaufeln für den Goldrausch verkauft, im Portfolio und fahren sehr gut damit. Man muss vermutlich erstmal einen ETF finden, der – im Rückblick – besser gelaufen ist als die Direktanlage in Blackrock. Blackrock ist praktisch Rendite mit Ansage. Wir gehen davon aus, dass Blackrock trotz regelmäßiger Gebührensenkungen zukünftig weiter massiv verdient, weil ja anscheinend jeder einen ETF-Sparplan bis zur Rente durchzieht 🙂

      Den ETF mit den 0,03% Aurelius statt unserer 100%-Direktanlage fassen wir mal humorvoll auf. Es wird vermutlich auch schwer, ETFs zu finden, die – im Rückblick – besser als Aurelius gelaufen sind. Wir sind uns aber sicher, dass Du uns direkt im Anschluss an unseren Kommentar auch dazu ein tolles ETF-Produkt empfehlen kannst! Abschließend nochmal: aus so vielen Gründen, aus denen Du ETFs kaufst, kaufen wir Aktien 😉

  5. Pingback: Tax Hacks #2: liquideres Auslandsdepot statt illiquideres Inlandsdepot - Atypisch Still

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  7. Interactive Broker bietet Beleihung von ETFs.
    Atypischstill, habt ihr euch auch IB angeschaut und wenn ja, wie schätzt ihr diesen Broker im Vergleich zu Degiro für euer Strategie?

    1. Hallo Canstill, nur kurze Info vorab: bei uns war viel los die Wochen, wir gehen ab nächster Woche auf alle Kommentare detaillierter ein! VG

    2. Tatsächlich dürfte IB (und seine Reseller) der einzige Broker sein, der preislich in der gleichen Liga spielt wie Degiro. Wir hatten vor einigen Monaten mal geschaut und sind bei Degiro geblieben, weil die Preise, insbesondere beim Wertpapierkredit, höher sind.
      Mit ETFs haben wir allerdings nichts am Hut, deswegen können wir dazu nichts sagen.

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