Der größte Schmu aller Zeiten: Lach- und Krachgeschichten von den Geschäftemachern mit der Angst

Tja, da haben wir wirklich in einen Honigtopf für investigativen Laienjournalismus gegriffen mit dem Thema unseres letzten Artikels. Erschrocken von der unerwartet großen Print- und Online-Reichweite der einschlägigen Crash-Propaganda haben wir uns im Anschluss an den Artikel auf eine Reise in die Abgründe selbiger begeben und dabei Erstaunliches zutage gefördert.

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Wir […] stehen […] als Initiatoren des […] Wertefonds nicht nur für das feste Vertrauen in Sachwerte, sondern auch für Werte wie Moral, Anstand und Ethik ein.

Quelle

Großartig. Ethisch-moralische anständige Leute. Davon braucht unser Land noch mehr! Doch halt. Bei den sogenannten Initiatoren des sogenannten Wertefonds wird man in der Realität möglicherweise vergeblich suchen. Aber der Reihe nach. Leider müssen wir im Folgenden die Nachnamen nennen, ansonsten wird unser Artikel unlesbar.

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Es beginnt schon mit dem Wort Initiatoren. Das mag nicht ganz falsch sein, denn die Auflage des Fonds wurde sicherlich maßgeblich von Friedrich & Weik initiiert. Ihre Rolle allerdings bei der tatsächlichen Verwaltung des Fonds hat uns in unserem letzten Artikel schon verwundert. Denn bis auf die beiden Nachnamen Friedrich & Weik im Fondstitel scheint es operativ keine Aktivität der Initiatoren bzw. der Initiatorengesellschaft zu geben – obwohl das in manchem Youtube-Interview gerne mit „wir investieren“ suggeriert wird.

Das macht aber keinen Sinn. Niemand gibt seinen Namen, ohne etwas dafür zu bekommen. Einen besseren Hinweis auf die wahre Funktion des Initiators liefern denn auch die Fonds-Prospekte. Hier erscheint der Begriff des Initiators nur noch als Klammerzusatz, nämlich zum Wort Vertriebsgesellschaft. Fakt ist aber, dass die beiden dem Fondsprospekt zufolge operativ keinerlei Mitsprache- und Mitwirkungsrechte bei den Fondsinvestitionen haben.

Warum ist das überhaupt von Interesse? Nun, wir erinnern uns: einer der beiden Initiatoren hat in einem kürzlich erschienenen Interview behauptet, mit dem Fonds wörtlich „keinen Cent verdient“ zu haben. Was ist das also für eine Vertriebsgesellschaft? Es handelt sich um die SOLIT Fonds GmbH. So weit, so unscheinbar. Wie auf der Internetseite des Wertefonds immerhin zugegeben wird, handelt es sich um eine von der SOLIT-Gruppe und der Friedrich & Weik Vermögenssicherung UG gegründete Gesellschaft. Dabei ist der erstere Anteilseigner mit 51 % beteiligt und letztere mit 49 %. Die SOLIT Fonds GmbH übernimmt den Vertrieb der Fondsanteile

Das sind doch bis hierher schonmal ganz interessante Ergebnisse. Die sogenannte Vermögensberatungsgesellschaft von F&W ist also an der Gesellschaft direkt beteiligt, die den Fondsvertrieb übernimmt. Noch interessanter wird es nun schon bei der Frage, wer denn eigentlich an der F&W Vermögenssicherung UG beteiligt ist. Hier gibt das Handelsregister die Auskunft, dass es zwei Geschäftsanteile zu je 1 Euro gibt. Aber nun die Überraschung, und die betrifft nicht die – wohl contra legem – regelmäßig zu spät veröffentlichten bzw. hinterlegten Jahresabschlüsse: Marc Friedrich ist gar nicht Anteilseigner dieser Gesellschaft. Wir sind durchaus ein bisschen schockiert, dass wir anscheinend die ersten sind, denen das aufgefallen ist.

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Er ist aber auch nicht Geschäftsführer. Beides ist seit 2013 allein Matthias Weik. Warum ist Marc Friedrich nicht Bestandteil dieser Gesellschaft, deren anteiliger Namensgeber und Mitgründer er doch ist? Gefühlt ist er derjenige der beiden, der tonangebend die Interviews gibt und in den Talkshows sitzt, die Youtube-Videos macht und gefühlt ist er derjenige, der die sogenannten Wirtschaftsbücher in der Ich-Perspektive schreibt und gefühlt ist es auch Marc Friedrich, der die F&W-Internetseiten in diesem sehr schwer erträglichen Schreihalsduktus mit Text füllt.

Richtig ist: Marc Friedrich hat die Friedrich & Weik Vermögenssicherung UG 2009 mitgegründet. Warum aber ist er in den Jahren 2012/2013 ausgestiegen? 

Aber wollen wir uns damit nicht weiter aufhalten. Wir lesen weiter bei Fonds professionell:

Laut SOLIT haben sich die Fondsmanager und der Initiator mit insgesamt 1,5 Millionen Euro am Wertefonds beteiligt, wobei die jeweiligen Beteiligungen im sechsstelligen Bereich liegen.

fondsprofessionell.de

„Der Initiator“ ist, wie wir gelernt haben, die SOLIT Fonds GmbH, das Joint-Venture von F&W und der SOLIT-Gruppe. Diese soll sich also sechsstellig an dem Fonds beteiligt haben. Wenn dem tatsächlich so ist, sollte das aus der Bilanz hervorgehen. Leider zeigen sowohl die Bilanz 2016 als auch die Bilanz 2017 der SOLIT Fonds GmbH eine Bilanzsumme von weniger als 50.000 Euro. Woher kommt also die Aussage in Fonds professionell, „der Initiator“ hätte sich „sechsstellig“ an dem Fonds beteiligt? Die Realität sagt wieder etwas anderes.

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In den Bilanzen der F&W Vermögenssicherung dagegen stünden diese Beträge im Umlaufvermögen durchaus bereit, und möglicherweise gab es hier den Aktivtausch von Kasse in Anteilscheine. Das sieht man bei Kleinstkapitalgesellschaften eben nicht. Aber da das Anlagevermögen nicht „sechsstellig“ gewachsen ist, dürften diese Fondsanteile wenn überhaupt im Umlaufvermögen stecken und somit nach handelsrechtlichen Bilanzierungsgrundsätzen nicht „dauernd dem Unternehmen dienen“. Also bestenfalls eine kurzfristige Geschichte für PR-Zwecke. Jedenfalls kein langfristiger Vertrauensbeweis durch skin in the game.

Ohnehin erscheint es uns ziemlich wild, dass die Fondsmanager und Initiatoren selbst mit 1,5 Mio. Euro vor Fondsauflage einsteigen. So ist es dann auch kein Kunststück, dass man insgesamt „schon vor Auflage am 2. Januar dieses Jahres 1,9 Millionen Euro bei Anlegern“ einsammeln konnte, wenn davon wohl 1,5 Mio. Euro – die wir in keiner der F&W-nahen Bilanzen auch nur ansatzweise auffinden konnten – von den Fondsmanagern und den Initiatoren kommen.

Fonds professionell weist dabei auf ein weiteres sehr interessantes Detail hin. Markenkern von Marc Friedrich und Erkennungszeichen seines eklatanten Mangels an Seriosität ist, dass er permanent erzählt, Prognosen aufgestellt zu haben, die später angeblich genau so eingetreten sind. Wenn die Prognosen aber nicht passen, windet er sich argumentativ wie ein glatter Aal. So war anscheinend zum damaligen Zeitpunkt (ungefähr der Fondsauflage!) auf der Internetseite von Friedrich & Weik zu lesen:

Friedrich & Weik Vermögenssicherung vertritt die Philosophie, dass jeder sein Vermögen unbedingt selbst verwalten und keinesfalls sein Vermögen extern verwalten lassen sollte.

Die Anlage in einen Fonds, und auch in einen Wertefonds, ist in jedem Fall eine externe Verwaltung von Vermögen. Die Prognose von Marc Friedrich ist dann wohl zumindest nicht eingetroffen, da er die Anlage in seinen Wertefonds ja seit 2017 aktiv bewirbt, oder anders formuliert: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? So viel zur Friedrich & Weik Vermögenssicherung. Heute so, morgen so.

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Nun wurde diese Passage leider von der offiziellen Webseite gestrichen. Aber…das Internet vergisst nicht. Man muss nur die richtigen Orte wissen. Dieses wunderbare Lehrstück für An-der-Nase-herumführen findet sich glücklicherweise im Web-Archiv und ist zur Lektüre empfohlen.

Außerdem fanden wir die Aussage interessant, man hätte Deutschlands ersten offenen Sachwertfonds aufgelegt. Hier wird wieder der eklatante Mangel an Sachkenntnis der beiden „Top-Ökonomen“ bzw. der „Expertenelite“ (Zitat Sachwertmagazin – peinlich, wirklich peinlich. Schämt Euch. How dare you?!) deutlich.

Denn vor mittlerweile mehr als sechzig Jahren wurde in Deutschland der erste offene Immobilienfonds aufgelegt. Da Immobilien sogar dem Bereich „Real Assets“ im Wertefonds zugerechnet werden, würden wir mit Fug und Recht die steile Behauptung aufstellen wollen, dass Immobilien Sachwerte sind. Die Formulierung mit dem ersten Sachwertfonds Deutschlands ist also ebenfalls evident falsch. Schlicht und einfach. Fake. News.

Aber offene Immobilienfonds sind auch ein gutes Stichwort. Sie zeigen nämlich ein Grundproblem von Sachwertfonds: Illiquidität. Es ist eine Illusion, dass schwer veräußerbare Vermögensgegenstände börsentäglich handelbar sein können. Das funktioniert in ruhigen, guten Zeiten. Aber das funktioniert nicht in Krisenzeiten, oder wie F&W formulieren würden: im Crash. Die große Immobilienfondskrise ab 2010 in Deutschland hat gezeigt, was passiert, wenn Anleger schnell Ihre Anteile zurückgeben wollen. Erst wird der Fonds geschlossen, dann wird der Fonds abgewickelt – gesetzlich vorgegeben. Wenn also der größte aller anzunehmenden Crashs kommen sollte, dann wird dem Anleger eines jedenfalls nicht helfen. Nämlich eine „Investition“ in den Wertefonds.

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Es ist ohnehin schon ein Witz, dass man permanent den Euro als Währung, die einzelnen Facetten des politischen Tagesgeschäfts sowie die Notenbankpolitik als „Experiment“, „mit Krebs im Endstadium“, „im Endspiel“ beschreibt, gleichzeitig aber 11,4 % des Fondsvolumens (!) in Euro-Liquidität hält. Und weitere 6 % in US-Dollar, die doch nach Crash-Propheten-Doktrin sicher auch aus irgendeinem Grund gar nicht gehen sollten.

Dass als Anlageklassen tatsächlich „Minen-Aktien“ auf der einen Seite und „Aktien“ auf der anderen Seite unterschieden werden, haben wir noch nirgends gesehen, wir haben uns aber köstlich amüsiert. Das sind so viele Widersprüche, die für den rationalen Anleger nicht auflösbar wären – solche kaufen aber auch nicht den Wertefonds -, die aber Marc Friedrich sicher wieder vom Tisch bügelt, als wäre nichts gewesen. Noch erschreckender sind nur die Lemminge unter den Youtube-Videos, die sich von gemachten eigenen Gedanken nicht stören lassen wollen und den Crash-Okkultisten uneingeschränkt zujubeln.

Kommen wir noch einmal zu den 20 % Minen-Aktien im Fonds. Die Initiatoren schreiben sich Werte auf die Fahne. Anstand, Moral, Ethik. Uiuiuiuiui. Also wir kennen niemanden, der das vor sich herträgt und am Ende wirklich mit blütenweißer Weste durchkommt. Fangen wir doch mal mit Barrick Gold im Wertefonds an. Barrick-Minen stehen aber auch für Gewalt, miserable Arbeitsbedingungen und Umweltschäden, sagt der Deutschlandfunk. Newmont Mining hat einen eigenen Wikipedia-Abschnitt allein zu kritischen Punkten. Bei den restlichen Minen-Aktien würde man sicherlich ebenfalls Schweißperlen auf der Stirn bekommen. Das Minengeschäft ist nun einmal kein sauberes Geschäft. Das Endprodukt dann dementsprechend ebenfalls, womit die Kilobarren Gold gemeint sind, die der Fonds kauft (zu 2 % Fondsgebühren = 2 % „Negativzinsen“ – pro Jahr!). Sind schon mal 40 % des Fondsvolumens weit weg von Ethik und Moral. Lächerlich.

Spekulationen mit Nahrungsmitteln sollen aber ausdrücklich nicht vorgenommen werden und damit wird ausdrücklich ein Nichtinvestment in Nestlé begründet, weil Nestlé Wasser verkauft. Außerdem sind geächtete Waffen tabu für den Fonds. Normale Waffen scheinen aber anscheinend zu gehen. Daneben ist ja ohnehin unklar, was überhaupt als Investment taugt. Da werden von Marc Friedrich Diamanten mal als untauglich eingeschätzt, ein paar Jahre später – wenn es einen Fonds = Geldquelle gibt – wiederum als tauglich. Ebenso Aktien, die nach relativ kruden Ausführungen nicht eindeutig Sachwert sein sollen, manche dann aber doch schon. Und insgesamt setzt der Fonds bei dem Aktienanteil vorrangig auf Übernahmesituationen. Also die Logik haben wir beim besten Willen nun nicht verstanden. Warum Investitionen in Aktiengesellschaften in einer Übernahmesituation beim drohenden größten Crash aller Zeiten nun die vermögenssichernde Alternative sind. Wir haben uns aufs Neue herrlich amüsiert. 

Es ist also nicht so, dass die Bücher, Videos und Interviews keinen Wert haben. Es ist eben ein satirischer Wert. Wenn man mal wieder herzlich lachen möchte, sollte man in die abstruse Welt von Friedrich & Weik eintauchen. Man sollte idealerweise nicht den Fonds kaufen, wenn man aus Geld mehr Geld machen möchte. Aber auch das wäre ja möglicherweise diskutabel unter dem Aspekt von Ethik und Moral. Eine 0-Rendite wäre also die Win-Win-Situation. Vermögen gesichert und das mit gutem Gewissen.

Kommen wir nochmal zur Ausgangsfrage zurück und zum Thema SOLIT Fonds GmbH – die übrigens seit Jahren über eine Unterbilanz verfügt, d.h. nicht einmal mehr über ihr eingezahltes Stammkapital verfügt. Wenn diese den Vertrieb der Fondsanteile übernimmt, wird sie selbstverständlich für die von ihr vermittelten Anteile über eine Vertriebsprovision vergütet. Diese speist sich aus dem opulenten und anachronistischen Ausgabeaufschlag von 3 %. Wer den zahlt, ist natürlich selbst schuld, da die Anteile ja auch über die Börse erhältlich sind. Daneben gibt es in der Regel Bestandsvergütungen von den Fondsgesellschaften, die bis zur Hälfte der Verwaltungsvergütung betragen können. 

Da die SOLIT Fonds GmbH bei den auf der Fondswebseite zur Verfügung gestellten Formularen für die Comdirect-Depoteröffnung und Auftragsübermittlung bereits voreingetragen ist, dürfte sie für diese vermittelten Anteile provisionsberechtigt sein. Da zumindest mal Matthias Weik über die F&W Vermögenssicherung UG unmittelbar beteiligt ist, ist fraglich, ob die Aussage so stehen bleiben kann, sie hätten „keinen Cent“ mit dem Fonds verdient. Am Ende beispielsweise mehr ausgegeben als eingenommen zu haben, ist nicht gleichbedeutend mit „kein Cent verdient“. Marc Friedrich ist zumindest gesellschaftsrechtlich nicht unmittelbar beteiligt. Aber es erscheint uns extrem unwahrscheinlich, dass er nicht doch über z.B. einen Werbevertrag oder über einen Beratervertrag angebunden ist und letztendlich doch auch in irgendeiner Weise Geld mit dem Fonds verdient. Die Frage, die wir stellen – aber nicht beantworten können – ist also, ob hier auch noch Unehrlichkeit im Spiel ist.

Für heute soll es das wieder erst einmal gewesen sein. Wir bleiben dran an dem Thema. Es ist die Frage, ob das ganze Drumherum wirklich so transparent ist, wie behauptet wird. Marc Friedrich als Gründer der F&W Vermögenssicherung ist an dieser gar nicht mehr beteiligt. Die behaupteten sechsstelligen Eigenbeteiligungen sind nicht sichtbar. Involvierte Gesellschaften, bei denen die Bilanzen regelmäßig zu spät veröffentlicht werden oder die unterkapitalisiert sind. Die Ansichten zu investierbaren Anlageklassen kommen und gehen, wie es gerade in den finanziellen Kram passt. Werte wie Moral und Ethik sind vorliegend von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Quod erat expectandum.

 

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11 Comments

  1. S
    20.02.2020

    Vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag! Oh du grüne Backe… Früher (>2y) habe ich den F+W Krempel auf Youtube ja auch geschaut. „Der Crash ist die Lösung“ und das ganze andere Zeug. Als Renten-Selbstvorsorger aufgrund Selbstständigkeit fängt man halt auch mal das grübeln und suchen an, was andere so machen, oder vor was andere so warnen. Inzwischen habe ich ein Tampermonkey Plugin namens „Block Youtube Users“ in Chromium, wo ich solche Videos gleich kategorisch ausblenden lasse.

    Eigentlich fällt mir da Mifid2 und Anlegerschutz ein. ETFs aus USA mit niedrigsten TERs kann man deswegen ja nicht mal mehr über IB kaufen, wenn man EU-Bürger ist. Darf man jetzt in die Schweiz zur Swissquote dackeln. Aber sowas hier schon, wo offenbar der eine die Bude juristisch führt und der andere als „Unbeteiligter“ auf Youtube mit Horror-Stories die Werbetrommel rührt. Zufall oder Plan. Wer zahlt bei Friedrichs die Rechnungen? Wenn die Märkte am Ende dieses Zyklus auch mal runterrauschen, laufen ihnen die Leute mit 30-60% Verlust davon. Sie wären besser beraten gewesen, z.B. das Ray Dalio Portfolio nachzubauen und fertig ist die Laube.

    Stichwort Mifid „2.5“, aktuell laufen ja öffentliche Konsultationen unter https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/mifid-2-mifir-review-2020/public-consultation_en Ich nutzte die Gelegenheit meinen Frust zu ventilieren, daß ich z.B. die USA Vanguard ETFs nicht kaufen kann, nur irgendwelche UCITS-Versionen. Dumm, weil für einen Teil des Portfolios fahre ich Antonaccis „Global Equity Momentum“ mit ein paar Tweaks und ohne VEU muss ich das mit 5 anderen ETFs emulieren.

    Antworten
  2. Lejero
    20.02.2020

    Interessanter Artikel.
    Könnte es bzgl. der 1.5 Mio. € nicht sein, dass diese in das verwaltete Fondsvermögen eingebracht wurden, und n8cht in die verwaltende Fondsgesellschaft? Dann würdet ihr das nicht in der Bilanz sehen, oder?

    Antworten
    1. Atypisch Still
      20.02.2020

      Genau, wenn man in das Fondsvermögen einbringt, erhält man dafür regelmäßig Fondsanteile. Diese sollten mit Ihrem Anschaffungswert irgendwo zu sehen sein. Alternative wäre, dass sie die sechsstelligen Beträge aus dem Privatvermögen bezahlt haben. Aber „der Initiator“ ist eigentlich die SOLIT Fonds GmbH.

      Antworten
  3. Stefan
    20.02.2020

    Sehr gut recherchierter Artikel. Weiter so..!
    Persönlich finde ich bei Friedrich ganz besonderes toll, wenn er sich hinstellt und behauptet: „Im Crash – Argentinien dabei gewesen zu sein“. Als wenn man da auf ein Konzert fährt, und die Stimmung geniessen kann. Für ihn ist der Crash ja sowieso „mathematisch“ nachweisbar, wie er so gerne behauptet. Leider haben beide ihren Erfolg, so ist das eben, auch bei viel Gegenwind..

    Antworten
  4. Christian S.
    20.02.2020

    Mein Highlight im Fonds ist der italienische ^Jaques Weindepot Klon^ als Aktie unter Technologiebranche zu klassifizieren. Vermutlich weil es eine „Netzseite“ im „Internetz“ gibt und man „aufleinig“ Wein bestellen kann.

    Also ich vertrau den beiden Clowns in etwa soweit wie ich sie werfen kann. Wer in deren Fonds investiert ist selbst schuld wenn er Deppensteuer zahlt. Leider ist dann das Geheul wieder gross weil zur Selbstreflektion was schief gelaufen ist, ist Homo deppicus in der Regel nicht fähig.

    Antworten
  5. Anonymous
    22.02.2020

    Toller Artikel!

    Antworten
    1. Atypisch Still
      11.03.2020

      Danke! 🙂

      Antworten
  6. Tomasz
    24.02.2020

    Auf den lächerlichsten Teils der investierten Wertpapiere seid ihr leider gar nicht eingegangen, nämlich diesen „Bitcoin VONTOBEL O.END PART.ZT DE000VL3TBC7“. Man könnte argumentieren, in einem Crash werfen Anleger alle spekulativen Anlagen auf den Markt, also besonders die hochspekulativen Bitcoins, um in sichere Anlagen umzuschichten. Man könnte auch argumentieren, im „größten Crash aller Zeiten“ flüchten Anleger in Werte außerhalb des traditionellen Finanzsystems. Gehen wir zugunsten der beiden einmal vom zweiten Fall aus.

    Selbst dann will man die Bitcoins aber in einem selbstverwalteten Wallet halten, über das nur man selbst Zugriff hat. Auf gar keinen Fall will man in so einem Crash, in dem man den Bankenuntergang erwartet, ein BANKZERTIFIKAT besitzen, das nur den Bitcoinkurs abbildet. Im Prospekt wird das explizit als Inhaberschuldverschreibung ausgewiesen. Von real gehaltenen Coins zur Deckung ist da nirgendwo die Rede.

    Euros legt man sich bar in den Tresor, weil man den Banken nicht traut. Aber in Bitcoins, die zu Nullkosten direkt gehalten werden könnten, investiert man über ein Bankzertifikat! Kann man sich nicht ausdenken sowas. 😀

    Antworten
    1. Atypisch Still
      11.03.2020

      Wahnsinn! 🙂

      Antworten
  7. Thomas
    02.03.2020

    Hmmh, Ich bin den beiden unendlich dankbar. Nicht nur habe ich durch Ihre Bücher die Welt der Finanzen kennen- und liebengelernt sondern durch Ihre Tipps auch finanzielle Freiheit erreicht.

    Antworten
    1. Atypisch Still
      11.03.2020

      Wie denn konkret, wenn wir fragen dürfen?

      Antworten

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