Warum Du früh 100.000 Euro Depotwert erreichen solltest … und wie Du es schaffen kannst (Teil 1)

Provokant formuliert, oder? Aber völlig ernst gemeint. Wir wollen Dir in dieser Artikelserie aufzeigen, warum Du möglichst schnell auf einen Wertpapierbestand in sechsstelliger Höhe kommen solltest. Darüber hinaus zeigen wir Dir, wie unser Weg dorthin aussah.

Der erste Teil ist eigentlich ganz schnell beantwortet. Bevor man auf den „Highway des Lebens“ (nämlich die 30er-Jahre) kommt, sollte man einen Wertpapierbestand im sechsstelligen Bereich haben. Denn: ab da wird es ansonsten sehr sehr schwierig, substantielle Beträge auf die Seite zu legen. Sofern man den klassischen Weg mit Familie, Karriere und Haus geht.

Wir wollen hier mal vom realistischen Normalfall ausgehen, und Hardcore-Sparer und Extremkonsumenten außen vor lassen. Wir reden von einem Durchschnittsverdiener in einer Durchschnittsstadt mit Durchschnittsleben – das heißt für uns im Folgenden, dass wir einen monatlich machbaren Sparbetrag von 800-1.000 Euro unterstellen, da man ein abgeschlossenes Studium unseres Erachtens heutzutage auch eher zu dem zählen kann, was man im Durchschnitt erreicht. Außerdem gehen wir aufgrund unserer Leserschaft davon aus, dass die Bereitschaft vorhanden ist, einen solchen Betrag zur Seite zu legen und nicht im Konsum zu verpulvern. Fakt ist: in den 20er-Jahren muss und kann man dann den finanziellen Grundstein dafür legen, dass man beruhigt und gemütlich in die 30er-Jahre starten kann. Denn (spätestens!) dann werden für den Durchschnittsmenschen andere Dinge wie Haus und Familie finanzielle Priorität erlangen.

Wenn Du finanziell noch relativ am Anfang stehst und Dich jetzt fragst: „Sechsstellig, spinnen die? Dafür müsste ich ja zwanzig Jahre sparen!“, dann ist das erstmal grundsätzlich nicht falsch. In 99% der Finanz-Blogs wirst Du den Hinweis finden, dass (Konsum-)Kredite abzuzahlen sind, bevor man in Wertpapiere investiert. Auch das ist völlig korrekt. Man wird aber mit dem klassischen 400-Euro-Sparplan auf den MSCI World-ETF eben einen sehr langen Atem haben müssen, bis man damit auf einen grünen Zweig kommt.

Deshalb können wir Dir aus unserer eigenen Erfahrung die folgende Vorgehensweise aufzeigen:

Schritt 1

Beende dein Studium und zahle alle Schulden ab, die Du ggfs. aufgebaut hast. Suche Dir einen angemessen bezahlten Job. Kaufe Dir alles, von dem Du der Meinung bist, dass Du nicht darauf verzichten kannst oder willst – ohne aber das große Prassen anzufangen. Auch hier aus eigener Erfahrung z.B.: Erstausstattung angemessener Berufskleidung, Mobiliar, eine Augen-Laser-OP etc.

Man kann damit kalkulieren, dass das erste Jahresgehalt dafür drauf geht. Am Ende des ersten Berufsjahres stehst Du vermögensmäßig dann immer noch bei Null, kannst dann aber voll durchstarten.

Insoweit geben wir hier höchstwahrscheinlich noch kein Geheimzirkelwissen weiter.

Schritt 2

Eröffne ein Wertpapierdepot bei einem Discount-Broker. Eröffne idealerweise kein Depot in Deutschland, sondern bspw. beim niederländischen Broker Degiro. Dieser ist einer der billigsten uns bekannten Broker.

  • Vorteil 1: unschlagbar niedrige Kosten im Vergleich zu sämtlichen (!) deutschen Anbietern. Degiro ist mittlerweile etabliert, seriös und hat einen sehr hilfreichen und hilfsbereiten Kundenservice. Eine US-Aktienorder kostet rund 0,50 Euro, eine Xetra-Order rund 2 Euro.
  • Vorteil 2: die Abgeltungsteuer wird nicht einbehalten. Wir wissen alle, dass es schön bequem ist, dass in Deutschland dahingehend von den depotführenden Stellen alles für einen erledigt wird. Aber dadurch entgeht uns ein mit der Zeit immer größer werdender Liquiditätsvorteil. Im Gegensatz zum sofortigen Steuerabzug können so zwischen 1 und 1,5 Jahren Zahlungsaufschub bis zur Steuererklärung erreicht werden. Mit dem Geld kann man in der Zwischenzeit arbeiten. Schaut man sich die klassischen Zinseszinskurven an, fällt auf, dass jeder am Anfang gestellte Hebel eine enorme Auswirkung auf lange Sicht hat.
  • Vorteil 3: Gerade weil der Startbetrag für die Zinseszinskurve so eine große Auswirkung hat, solltest Du zügig auf einen substantiellen Wertpapierbestand hinarbeiten. Hierzu bietet sich ein Wertpapierkredit an. Degiro bietet diese – variabel verzinsten – Darlehen derzeit zu 1,25% p.a. an. Wir müssen hierfür dringend unterstellen, dass Du Deine Emotionen im Griff hast und nicht nervös wirst, wenn es an den Börsen rumpelt. Also unterstellen wir darüber hinaus, dass, wenn du bereit bist, 50.000 Euro in Aktien zu halten, auch bereit bist, 100.000 Euro in Aktien zu halten. Man gewöhnt sich da übrigens recht schnell dran.

Es ist ein richtiger und entscheidender Einwand, dass man sich mit Wertpapierkrediten neue Risiken ins Boot holt, darüber hinaus gibt es den Lehrsatz „Kaufe keine Aktien auf Kredit.“. Folglich kann die richtige Antwort darauf jetzt aber nicht sein, gar keinen Wertpapierkredit zu nutzen, sondern die Frage zu stellen, wie man diese Risiken begegnet. Wie einleitend dargestellt, gehen wir von einem Durchschnittsmenschen mit einer entsprechenden Durchschnittsbonität aus. Das wird nun im Folgenden wichtig.

Das Risiko beim Kauf von Aktien auf Kredit ist, den Kredit nicht mehr bedienen zu können, wenn die Aktien fallen. Wenn wir uns mal die Ebene des Brokers selbst anschauen, ist es beim Wertpapierkredit so, dass der Broker sich den Kredit eben mit diesen Aktien besichern lässt, die man auf Kredit gekauft hat. Fallen die Aktienwerte irgendwann Richtung Darlehensbetrag, kommt früher oder später die Aufforderung vom Broker, Geld nachzuschießen. Genau darauf muss man also vorbereitet sein. Wir brauchen hierfür ein Sicherheitsnetz. Dafür bietet sich eine andere Kreditform an, nämlich der Rahmenkredit, der nichts anderes ist, als ein größerer Dispo mit niedrigerem Zins. Der Kredit kostet darüber hinaus nichts, solange man ihn nicht in Anspruch nimmt.

Wir haben als erstes Sicherheitsnetz einen Rahmenkredit der ING DiBa, der aktuell um die 6,0% p.a. nominal kosten würde, wenn man ihn in Anspruch nimmt. Auch dieser Zinssatz ist variabel. Wir haben den maximalen Kreditrahmen beantragt. Darüber hinaus haben wir einen weiteren Rahmenkredit bei der VW Bank (ebenfalls knapp über 6,5% p.a.) sowie den maximalen Dispositionskredit bei der DKB Bank (knapp 6,9% p.a.) als zweites Sicherheitsnetz beantragt.

Was liegt hier also vor? Wir haben keine richtigen – monatlich abzuzahlenden – Kredite aufgenommen, sondern wir haben uns Optionen für den Fall der Fälle geschaffen. Wir nutzen unsere Bonität, um uns – normalerweise nicht in Anspruch zu nehmende – Sicherungskreditrahmen für eine im Notfall erforderliche Anpassung des eigentlichen Wertpapierkredits zu schaffen. Als Faustregel können wir aus eigener Erfahrung empfehlen: Du brauchst Rahmenkredite in der gleichen Höhe wie Dein Wertpapierkredit. Anders formuliert: Du darfst nicht mehr Aktien auf Kredit kaufen, als Dein Notfall-Sicherungskredit reicht.

Man muss dann, wenn es hart auf hart kommt, im Crash-Fall beobachten und einschätzen, wie schnell alles geht. Stürzen die Kurse weltweit synchron in großer Geschwindigkeit, muss man eben kurzfristig die Kreditrahmen in Anspruch nehmen. Üblicherweise hat man aber ein paar Tage Reaktionszeit, um sich zu sortieren und Entscheidungen zu treffen. So bietet die DKB derzeit Ratenkredite zu ca. 3,2% an, für kleinere Beträge bis 1.000 Euro gibt es bei anderen Anbietern sogar Negativzinsen bis -5% p.a. (ja, richtig gelesen: MINUS 5%). Der Ratenkredit dürfte bei der DKB im Zweifel schnell beantragt und schnell bewilligt werden.

Im Ergebnis sichert man sich im Fall eines Börsenkrachs weiterhin die Möglichkeit, mit Aktien langfristig 7%. p.a. zu verdienen, während man diese zu lediglich 3,2% p.a., schlimmstenfalls zu 6% p.a. refinanzieren muss. Die Marge wäre (derzeit) wirtschaftlich (Kurssteigerungen + Dividenden) gesehen also weiterhin positiv, selbst im Crash-Fall; rein zahlungstechnisch (nur Dividende) muss man gucken, welche Durchschnittsdividendenrendite das eigene Depot hat. Würde man die Kursentwicklung also außer Acht lassen, könnte schlimmstenfalls eben ein (temporär) leicht negativer Kapitalflusssaldo herauskommen.

Was ist also im Ergebnis das Schlimmste, was passieren kann? Du musst die gekauften Aktien über mehrere Jahre abzahlen. Was Du übrigens sowieso getan hättest, wenn Du keinen Kredit in Anspruch genommen hättest, da heißt es dann eben nur „ansparen“ statt „abzahlen“. Mit dem Unterschied, dass Du die Aktien bereits hast und nicht jahrelang auf ihren Kauf warten musst.

Haben wir also konkret einen Betrag X in Eigenkapital für den Aktienkauf, legen wir dieselbe Summe nochmal als Fremdkapital/Wertpapierkredit obendrauf und kommen auf 14% p.a. vor Steuern und Zinskosten, danach dann also rechnerisch irgendwo bei 10% p.a. auf das selbst eingesetzte Kapital raus. Die Verbindung zu unserem Blog-Titel und die damit möglichen niedrigeren Steuern behandeln wir in kommenden Beiträgen. Aber nicht nur das: unterstellt man einen monatlichen Sparüberschuss von 1.000 Euro und packt denselben Betrag als Fremdkapital obendrauf landet man bei 2.000 Euro. Das sind im Jahr 24.000 Euro gegenüber einem regulären jährlichen Sparbetrag von 12.000 Euro. Jeder wird schon einmal mit den Zinseszinsrechnern gespielt haben, und jeder wird erkennen, dass die von dem Portfolio gelieferten Erträge wesentlich üppiger sein werden. Und zwar vor allem diejenigen nach einigen Jahren Laufzeit. Da wir realistischerweise also ohnehin nicht morgen schon den Job an den Nagel hängen können oder wollen, kommt es vor allem auf diesen mittel- bis langfristigen Laufzeithebel an, der maßgeblich durch Entscheidungen ganz am Anfang beeinflusst wird.

Und damit sind wir beim Punkt und beim Kern dieses ersten Teils unserer Artikelserie: das Portfolio und alles drumherum kumuliert sich so richtig erst ab 100.000 Euro. Bei 12,54 Euro Dividende im Monat sind praktisch keine Ergebnisse sichtbar. Das ist auch unter Motivationsaspekten schlecht. Man fragt sich, wofür man das ganze dann überhaupt macht, weil kein Aufbau sichtbar ist, und weil keine Verselbständigung der Dynamik durch den Zinseszinseffekt erkennbar ist. Bei monatlich 300 Euro Dividende durch einen beschleunigten kreditgestützten Portfolioaufbau sieht das dann aber schon ganz anders aus. Vor allem kommt bei dem Betrag dann auch der Kreditselbsttilgungseffekt sichtbar zum Tragen. Jeden Monat zahlt man seinen Wertpapierkredit automatisch ab und erhöht somit durch den sinkenden Zinsaufwand den monatlich verbleibenden Überschuss.

Wie wir gesehen haben, braucht es jedoch definitiv gewisse Voraussetzungen, um diesen Weg auf der Überholspur tatsächlich gehen zu können:

  • Du musst nervlich stabil bleiben können
  • Du musst absolut verinnerlicht haben, dass man nicht auf dem Hochpunkt kauft und vor allem nicht auf dem Tiefpunkt verkauft. Wir kaufen Aktien, die wir langfristig halten. Ein Verkauf kommt also grundsätzlich von vornherein nicht infrage. Wir sammeln kontinuierlich unsere Dividenden ein und zahlen damit automatisch mit jedem Dividendeneingang unseren Wertpapierkredit ab.
  • Du musst dich im Griff haben dahingehend, verfügbare Kredite für die Sicherung des Wertpapierkredits zu reservieren und nicht in den Konsum zu stecken
  • Du brauchst eine gewisse längere Börsenerfahrung, um Aktien auszuwählen, die schlicht stabil wachsen und nicht Krypto-/Lithium-/Tesla-Aktien mit hoher zu erwartender Volatilität. Stabil und schlicht ist genau das, was wir wollen und was wir hier brauchen. Das höhere Risiko, den „Rendite-Kick“, holt man sich dann lieber mit dem Wertpapierkredit herein.

Es ist überhaupt kein Problem, wenn Du noch nicht alle Voraussetzungen erfüllst! Warte ggfs. ein paar Jahre, stecke viel in Deine eigene Fortbildung, Deine Persönlichkeitsbildung, versuche vielleicht in Börsenspielen und Musterdepots zu üben, Deine Emotionen im Griff zu haben. Es ist keine Schande, zu üben, und es ist besser, als Geld zu verbrennen. Regel Nummer 1: verliere kein Geld. Regel Nummer 2: vergiss Regel Nummer 1 nicht. Deshalb passen wir den klassischen Lehrsatz an: Kaufe keine spekulativen Aktien auf Kredit. Auch morgen wird Coca-Cola getrunken, auch morgen werden Hungrige zu McDonald’s gehen, auch morgen werden Versicherungen gebraucht. Diese Denkweise brauchen wir.

Wir haben selbst wirklich viele lange Jahre gebraucht, in denen wir zunächst mangels Geld gar nicht an der Börse handeln konnten, um dann von den ersten 400-fach gehebelten CFDs über die Short-Strangle-Optionsstrategie an der EUREX dahin zu kommen, wo wir heute angelangt sind, nämlich: wir wollen einfach nur 7% p.a. mit Standardaktien. Dass der Dax über die 30 Jahre seines Bestehens bis heute im Schnitt jedes einzelne Jahr 8-9% geschafft hat, sei am Rande erwähnt. Und da ist die Dot-Com-Blase dabei, die schlimmste Wirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren, der 11. September, die doppelte Energiewende, die Deutsche Bank, die Telekom und die Commerzbank.

So viel also erstmal zu den grundsätzlichen Voraussetzungen, die unserem Weg vorausgingen: Du bist emotional gereift, startest schuldenfrei bei Null (ggfs. erst nach dem ersten Berufsjahr), richtest Dir ein Auslandsdepot mit zinsgünstigem Wertpapierkredit ein und sicherst diesen durch kapitalmarktunabhängige Kreditrahmen ab.

Wie es damit dann konkret bei uns weiterging, liest Du im kurzfristig online gehenden Teil 2 unserer Artikelserie!

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns freuen, wenn Du uns als Dankeschön ein Like hinterlässt! 

Hast Du Ergänzungen oder Anregungen für uns oder nutzt Du vielleicht sogar selbst Wertpapierkredite in Kombination mit wertpapierunabhängigen Kreditrahmen und kannst Deine Erfahrungen mitteilen? Wir freuen uns sehr auf Deinen Beitrag unten in den Kommentaren!

8 Comments

  1. […] Im letzten Beitrag haben wir Dir gezeigt, welche finanztechnischen Möglichkeiten wir mit dem Wertpapierkredit von DeGiro und mit verschiedenen Rahmenkrediten genutzt haben, um früh ein sechsstelliges Aktienportfolio zu erreichen. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, wie Du von den technischen Voraussetzungen zur praktischen Umsetzung kommst. […]

    Antworten
  2. easydividend
    25.03.2018

    Hallo,

    Sehr guter Beitrag,

    Ich wittere da eine Möglichkeit wie wir hier eine WIn-Win-Situation schaffen könnten.
    Ich melde mich per Mail.
    mfG Chri

    Antworten
  3. Atypisch Still
    25.03.2018

    Hallo,
    vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zum allerersten Kommentar bei uns 😉
    Wir freuen uns auf die E-Mail!
    VG

    Antworten
  4. Uranobody
    25.03.2018

    Hallo,
    einer der interessantesten Beiträge die ich seit langem in der Bloggerszene gelesen habe.
    Ich habe auch vor ein paar Jahren einen Kredit bei der DKB in Höhe von 10k zum Aktienkauf aufgenommen (auch wenn immer davon abgeraten wird) und es hat sich gelohnt.

    Die Möglichkeit bei Degiro hört sich interessant an. Ich habe mir auch schon überlegt dort ein Konto zu eröffnen.
    Mir stellt sich die Frage wie genau bekommt man den Kredit von Degiro? und wie zahlt Ihr den Kredit wieder ab?
    Legt Ihr den Fokus nur auf Dividenden ? (um den Kredit zu tilgen) oder auch auf Wachstumsaktien (Amazon / Facebook usw.)?

    Danke im voraus

    Antworten
    1. Atypisch Still
      26.03.2018

      Hallo und danke für das Lob!
      Man muss bei Degiro ein Trader-Konto eröffnen. Die günstige Gebührenstruktur wird dann mit der zwingenden Zustimmung zur möglichen Wertpapierverleihung der Depptwerte erkauft. Das muss man vorher wissen. Wir haben jedoch bei Deporteröffnung über eine Stunde mit dem Kundenservice telefoniert und verschiedene Risikofragen abgeklärt. Wir haben von Degiro insgesamt einen sehr guten Eindruck.

      Den Wertpapierkredit hat man dann automatisch, sobald man die erste Einzahlung ins Depotkonto gemacht hat und Aktien gekauft hat. Kauft man davon Aktien, sind diese automatisch Kreditsicherheit. Kauft man mehr Aktien als Geld eingezahlt wurde, geht der Kontostand automatisch in den negativen Bereich und die Zinsen werden zum Monatsende auf die in Anspruch genommene Kreditlinie abgebucht. Es gibt ein Risikobegrenzungssystem (Margin-System), sodass man nicht unendlich viele Aktien kaufen kann 😉

      Die Dividenden gehen dann auf diesem (negativen) Konto ein und vermindern den Negativsaldo. Auch normale Geldeinzahlungen reduzieren den Saldo.
      Tatsächlich legen wir den Fokus auch auf starke Auszahlungen, vorrangig aber auf starke Geschäftsmodelle. Wir haben z.B. auch Amazon, Alphabet, Hypoport und die Match Group im Portfolio, die keine Dividenden zahlen. Da sie keine Dividenden zahlen, gehen wir aber von Kurszuwächsen aus, die dann ggfs. als mögliche Kreditsicherheit für den Kauf von Dividendenaktien dienen können!

      Beste Grüße!

      Antworten
  5. Uranobody
    27.03.2018

    Danke für die schnelle Antwort.
    Habe gestern auch mal mit Degiro telefoniert und klingt alles soweit ganz schlüssig.
    Was mich noch interessieren würde ist wie Ihr die Zuteilung berechnet die Ihr für den nächsten Monat beantragt damit man nicht 4% Zinsen zahlt?
    Weil wenn man zu viel zuteilt dann zahlt man ja 1,25% auch wenn man es nicht braucht und wenn man sich zuwenig zuteilt dann zahlt man auf den Rest 4%.

    Weiterhin würde mich interessieren ob Ihr schon Erfahrungswerte habt wie hoch Ihr die Margin auslastet ohne Geld nachschießen zu müssen bzw. wie eure Strategie dahingehend ist?

    P.s. Ihr hättet einen Affiliate / Freunde Werben Link zu Degiro einbauen sollen dann hätte ich das Konto über euch eröffnen können 🙂

    Antworten
    1. Atypisch Still
      27.03.2018

      Grundsätzlich beantragen wir den Kredit in gleicher Höhe abzüglich erwarteter Dividenden im Folgemonat.
      Bezüglich der Marginauslastung ist jedenfalls die Aufteilung 50:50 Eigenkapital zu Wertpapierkredit sehr komfortabel und sollte nur in Ausnahmefällen zu Nachschüssen führen. Persönlich halten wir die Eigenkapitalausstattung nur auf 35-40% des Portfoliowerts. (Unter 35% sollte man aber definitiv nicht kommen.) Es kann dann naturgemäß aber öfter zu Nachschussforderungen kommen. Eine richtige Kapitalisierungsstrategie haben wir nicht ausgearbeitet. Es kommen ständig Dividenden rein und was vom Gehalt übrig bleibt wird eingezahlt. Sollte es zum margin call kommen, beißen wir halt in den sauren Apfel und zahlen vom Rahmenkredit ein. In den 3,5 Jahren gab es glaub ich zwei oder drei Mal den Fall, wo das Konto zu knapp kapitalisiert war. Man sollte wie gesagt nicht sofort auf die 100.000 stürzen, sondern das Depot über die Zeit mit den finanziellen Möglichkeiten mitwachsen lassen.

      Und bezüglich der Affiliate Links sind wir durchaus dran am Thema. Wir wollen aber das Depot wie auch u.a. diesen Blog im Kapitalgesellschaftsmantel führen und versteuern. Wären wir jetzt bereits gewerblich unterwegs, müssten wir privat ein Gewerbe anmelden und das wollen wir nicht. Aber die dahingehenden Entwicklungen zur Gesellschaftsgründung sind im Gange und es gibt hoffentlich bald Neues zu berichten dahingehen! 😉

      Antworten
  6. […] schon bestehendes Portfolio propagieren wir mehr eine Art Passiv-aus-dem-Laufenden-bleiben. Wie wir hier schon einmal angedeutet haben, reicht es unseres Erachtens fürs Erste aus aus, sich einfach eine […]

    Antworten

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